Bliss & Jaunt
Norwegen

Madame Aurora bekommt spektakuläre Konkurrenz:

Wer denkt, dass einem allein Madame Aurora Borrealis am skandinavischen Himmel den Kopf verdreht, der hat sich getäuscht. Es gibt ein Naturphänomen, was sich noch mehr ziert als das Nordlicht.

“Hey, halt mal an!”

“Wieso?”

“Guck mal nach links! Was isn das? Nordlichter am helllichten Tage kann das ja nicht sein?”

“Hab ich noch nie gesehen. Das sieht ja verrückt aus.”

“Mach mal nen Foto! Das sieht aus wie riesige Seifenblasen…wie schön…!”

So in etwa spielte sich unsere erste Begegnung mit den Wolken ab. Da standen wir morgens um 11 am Straßenrand und wunderten uns mit großen Augen was der Himmel in Norwegen schon wieder Verrücktes treibt. Ein Stück fuhren wir noch weiter die stille Landstraße entlang bis wir an einem ruhigen Plätzchen ausgestiegen sind.

Ach, schon wieder konnte ich meinen müden Augen nicht trauen. Am helllichten Tage spiegelte sich der Himmel im Wasser zwischen gefrorenem Eis.

Sie schillerten so wundervoll wie die Muschel, die ich auf meinem letzten Strandspaziergang aufgesammelt habe. Sie erinnerten mich an eine gigantische Seifenblase, die von den Sonnenstrahlen geküsst wird und fröhlich am Himmel lungert. Und so machten sie auch diesen Vormittag zu etwas ganz Besonderem.

Zurück in der Unterkunft berichteten wir aufgeregt von diesen bunten Gebilden am Himmel. Ganz Norwegen war in Aufruhr. Die Wolken hatten noch am selben Morgen Schlagzeilen geschrieben. Instagram News Feed füllte sich mit Schnappschüssen von dem was wir gerade nichtsahnend mal festhielten. Wer hätte es gedacht, dieses bunte Phänomen hatte selbst Opa Aksel zuletzt in dieser Intensität zu sehen bekommen, als er noch fleißig die Schulbank drückte und staunte nun mit offenem Mund gen Himmel.

Also was so viel mediale Aufmerksamkeit bekommt und gleichzeitig zum Thema Nummer 1 beim täglichen Kaffeeklatsch wird, muss schon etwas Besonderes sein!

Wir hatten soeben ein sehr sehr sehr sehr seltenes Naturphänomen zu Gesicht bekommen:

Polare Stratosphärenwolken aka. Perlmuttwolken!

Der Himmel über Skandinavien verzaubert!  So verzauberte mich auch an diesem Tag ganz dieser wunderschöne schillernde Wolkenteppich über mir und haute mich ganz unverhofft aus den Socken! Ich fühle mich immer noch ein wenig schlecht Frau Nordlicht gegenüber, weil die PSC´s ihr für den Tag einfach mal knallhart die Show gestohlen haben.

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Polare Stratosphärenwolken

Die sogenannten PSC´s (polar stratospheric clouds) bilden sich nur ganz ganz selten, denn es müssen bestimmte Bedingungen herrschen. Erst wenn die Temperaturen zwischen 22 und 30 Kilometer Höhe in der Atmosphäre unter minus 78°C  sinken fangen die Wolken an Perlmutt zu schimmern. Was diese wunderschönen Wolken noch viel besonderer macht ist, dass man die PSC´s nur in der Polarregion jenseits des 80. Breitengrades finden wird.

Perlmuttwolken sind auch keine klassischen Wolken aus Wasser sondern bestehen aus Kristallen von Schwefelsäure und Salpetersäure die von der Sonne angestrahlt werden und deswegen so wunderschön bunt schimmern.

Skandinavien hat nicht nur landschaftlich sondern auch hoch oben im Himmel jede Menge zu bieten. Ganz egal ob das tanzende Polarlicht bei Nacht, oder bei ganz viel Glück die spektakulären Perlmuttwolken am Tag, ein Blick in den Himmel lohnt sich!

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© Steffen Albertz

Und wenn sich beides nicht blicken lässt, dann verliebt man sich ganz gewiss in den romantischen, rosa-pastellfarbenen Horizont.

Biste schon verliebt in den Polar-Himmel oder musste jetzt auch ganz bald im Winter mal auf nen kleinen Abstecher nach Norwegen?

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