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Auch Du kannst dir Island leisten // Reisetipps

Einmal im Leben Island entlang der Ringstraße erkunden, davon habe ich schon immer geträumt. Wo ich die Lofoten schon für unfassbar teuer hielt, toppt Island doch direkt alles. Man möchte glatt heulen, wenn man die Preise sieht und fragt sich insgeheim, ob jeder Isländer einen Kobold mit Goldtopf in der Scheune wohnen hat, um sich im Heimatland etwas leisten zu können.

Island kannst du Dir auch mit kleinem Portemonnaie leisten

Ich habe keinen Goldesel zu Hause und auch noch nie im Lotto gewonnen. Und doch habe ich mir in diesem Jahr einen Wunsch mehr von meiner Bucket-List erfüllt! Mit ein paar Kniffen kannst auch Du dir eine Reise nach Island definitiv leisten, ohne 14 Tage lang von isländischer Luft, Liebe zur Landschaft und frischem Wasserfall-Wasser leben zu müssen.

#1 Schlag dein Zelt auf! 

Zelten war für mich immer Horror, und dann auch noch im eiskalten Island? Es ist gar nicht so schlimm, ehrlich, und in den Sommermonaten auf jeden Fall machbar. Da es echt viel regnet und auch hin und wieder stürmt, solltest du ein gutes, stabiles Zelt dabei haben. Zwischen ISK 1300 und ISK 1600 kostet ein Zeltplatz pro Person, meist inklusive Dusche. Das sind maximal 12 Euro pro Nacht! Eine Unterkunft hingegen kostet meist mindestens 80-120 Euro pro Übernachtung pro Zimmer. Die ersten Tage war es sogar so warm, dass man eingemummelt im Schlafsack (mit Schlafmaske versteht sich) unter freiem Himmel schlafen konnte – tatsächlich wahr!

Das Tolle am Zelten ist, dass man flexibel unterwegs ist und an keine Frühstückszeiten gebunden ist. Wir sind eigentlich immer erst mittags aus dem Zelt gekrochen und gegen Abend an den beliebten Sightseeing-Orten gewesen. Die großen Touristen-Massen sind wir somit geschickt umgangen.

Zelten in Island

#Beweisfoto von unterwegs – weil draußen schlafen halt eh viel cooler ist!

#2 Geh in den Supermarkt!

Eine Gemüsesuppe für 18 Euro, eine leckere Waffel für 10 Euro und ein zwei mit Käse zusammengeklebte Scheiben Toast für schlappe 8 Euro. Da ist dein hart zusammengespartes Budget im Null-Komma-Nix aufgebraucht und dein Magen knurrt immer noch.

Die Preise im Supermarkt sind auch nicht unbedingt etwas für schwache Nerven. Es lohnt sich dennoch, auf Selbstverpflegung zu setzen. Man kann sich gut mit Brot, Aufschnitt, Tomaten und Co. eindecken und davon locker ein paar Tage snacken. Auch den derzeit in Deutschland so beliebten Skyr gibt es in allen Geschmacksvariationen und gibt Dir noch ne extra Portion Proteine für die Mukkis mit auf die Wanderungen. Skyr ist übrigens der berühmte isländische Quark – quasi neben den Papagaientauchern (#TuDasNicht !!!), dem getrockneten Fisch Harðfiskur und fermentiertem Hai (#pfui) eine Nationalspeise.

Käse hingegen kostet auch 10 Euro pro Packung. Da fällt dir, so wie mir, ganz sicher erstmal irritiert die Kinnlade runter.

Wer also kein Problem damit hat auf Trinkjoghurt, Pasta und selbst geschmierte Salami-Stullen auszuweichen, kann hier jede Menge Geld sparen!

Island Roadtrip - Selbstverpflegung

#3 Check die Preise für Unterkünfte vor Ort 

Da wir mit dem Zelt unterwegs waren, haben wir im Vorhinein keine Unterkünfte gebucht. Somit waren wir einfach flexibler was unsere Reiseroute betrifft und haben uns zum Ende hin spontan ein Bed & Breakfast gegönnt.

Obwohl wir in der Hauptsaison unterwegs waren, haben wir es immer geschafft ein Schnäppchen zu schlagen. Hierfür haben wir meist kurzfristig bei AirBnB und bei Booking.com* nach Gästehäusern geschaut und teilweise bis zu 50% gespart. Oftmals lohnt es sich auch kurz in der Unterkunft anzurufen. So zahlten wir nochmal gut ISK 5.000 (rund 40 Euro) weniger, nur weil wir direkt in der Unterkunft bezahlt und nicht über booking.com gebucht haben.

Im Internet gibt es viele Hinweise, dass man möglichst rechtzeitig und früh alle Unterkünfte in Island buchen sollte, gerade zur Hauptreisezeit. Meine Erfahrung war anders. Natürlich kann es sein, dass ich ein absoluter Glückspilz war. Gute Recherche, (auch auf den letzten Drücker) und reservierte Unterkünfte, die man noch bis kurz vorher stornieren kann, können sich aber durchaus bezahlt machen! Ich habe es genauso gemacht, mit Erfolg.

# 4 Stopp deinen Kaffee- und Tee-Konsum

Ein kleiner Becher Kaffee kostet immer mindestens 4 Euro und das läppert sich ganz schnell. Auch Tee kostet das Gleiche. Wenn man so ein Kaffeejunkie ist wie ich, muss man auf das schwarze Gold nicht verzichten. An manchen Fish & Chips Buden und im Supermarkt kann man sich kostenlos Kaffee schnappen. Einfach Augen aufhalten oder auch mal nett nachfragen!

 #5 Vermeide die Blaue Lagune aka. Blue Lagoon

Überfüllt, überbewertet und überteuert! Die Blaue Lagune ist ein Magnet für Touristen und, wie ich finde, nichts besonderes, sondern nur Geldschneiderei. Mit ISK 6100 (ca. 50 Euro) finde ich den Eintrittspreis für ein Standardticket einfach zu viel. Man bekommt hier zwar eine Schlammmaske dazu, doch das steht meiner Meinung immer noch in keinem Preis-Leistung-Verhältnis.

Die Mývatn Lagune ist eine richtig gute Alternative, wenn du auch den Norden von Island bereist. Nicht so überfüllt, etwas kleiner, und kostet nur etwa die Hälfte (etwa 35 Euro). Mit einem Studentenausweis spart man nochmal eine ordentliche Summe (22 Euro habe ich bezahlt). Dort kannst Du es dir in der heißen Quelle richtig gut gehen lassen und gleichzeitig noch eine Wahnsinns-Aussicht auf die umwerfende Landschaft Nordislands werfen.

Willst du dir ein wenig isländische Geschichte nicht entgehen lassen? Dann schnapp dir dein Handtuch und mach dich auf den Weg in die Secret Lagoon in Fluðir. Dieses Geothermalbad ist das Älteste in Island und man fühlt sich um Zeiten zurück versetzt, während man im warmen Wasser direkt aus der heißen Quelle entspannt. Es ist auch nicht so überfüllt und ein ganz besonderes Badeerlebnis am Golden-Circle! Die Gamla Laugin, wie sie auf isländisch heißt, hat sogar einen kleinen eigenen “Litli” Geysir. Selbst wenn Du keine Lust hast in die große Badewanne zu gehen, lohnt sich ein Besuch und der informative Rundgang auf dem Schwimmbad-Gelände. Der Eintritt lag bei etwa 23 Euro für Erwachsene.

Nun noch einmal alle fünf Tipps auf einen Blick:

  • Geh zelten!
  • Schnapp dir kostenlosen Kaffee!
  • Schmier dir deine Sandwiches selbst
  • Check die Preise der Unterkünfte vor Ort und Online
  • Vermeide die Blaue Lagune

Was denkst Du? Hast du auch noch weitere Tipps, wie man Island günstiger bereisen kann?


*Dieser Artikel enthält einen Affiliate-Link.

 

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8 Comments

  • Jill | bliss & jaunt
    27. Juli 2017 at 19:44

    Hallo Dirk, deinem Tipp mit dem Rad kann ich natürlich zustimmen. Günstiger als mit dem Rad und Zelt geht es nicht. Ich muss zugeben, das wäre absolut gar nichts für mich gewesen. Ausprobieren würde ich es wohl mal #abenteuerichkomme, doch ich kann mir gut vorstellen, dass ich nach zwei Tagen absolut die Nase voll hätte. Mir taten die Radfahrer an den stürmischen Regentagen so Leid, wie sie sich den Berg hochgestellt haben. Respekt an jeden, der es durchzieht! Somit auch an Dich! Dass es nochmal ein Erlebnis der ganz besonderen Art war, glaube ich dir sofort.
    Und vor allem darf man als Radfahrer und “Fernwanderer” auch wildcampen – nochmal eine Ersparnis. 200 Euro schlägt preislich echt alles!
    Aber wie gesagt, muss man mögen! Genauso wie das Zelten… ich würde wohl lieber nochmal zu Fuß los 🙂

  • Jill | bliss & jaunt
    27. Juli 2017 at 19:40

    Ja Sarah, der Wahnsinn! Obwohl in Deutschland der gute Coffe-To-Go ja genauso ins Geld geht. Ich muss gestehen, ich kam auch nicht komplett ohne Kaffee aus 😉 aber ich habe mich echt zusammengerissen und meinen Konsum eingestellt. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich den kostenlosen Kaffee in den Supermärkten usw. entdeckt habe. Dreimal darfst du raten, was ich dann jedes Mal SOFORT gemacht habe…
    Danke für dein Feedback zu den Tipps.

    Liebe Grüße zurück,
    Jill

  • Pruedi
    27. Juli 2017 at 17:15

    Wollt ihr noch mehr sparen (und noch mehr erleben) – fahrt Rad! Der Weg wird zum absoluten Höhepunkt der Reise. So schön manch ein Wasserfall ist, Island zu ERFAHREN ist noch mal etwas ganz anderes. Klar geht es ewig rauf und runter, doch es macht das Erleben deutlich intensiver. Gilt aber nicht nur für die Insel im hohen Norden 😉
    Reisetagebuch für den Bedarfsfall siehe http://www.dirk-prueter.de/tour2016
    Beste Grüße
    Dirk

    PS: eine Woche Island kostete mich 2016 etwa 200 €; die Fahrt im Amphibienfahrzeug über die Gletscherlagune für 5.000 ISK empfand ich im Nachhinein als Nepp, die Kajaktour in den Westfjorden für das Dreifache war zwar nicht preiswert, doch schon eher lohnend.

  • Sarah Maria
    27. Juli 2017 at 10:42

    4 Euro für ein Becher Kaffee! Krass. :/ Da wäre ich allein heute schon 12 Euro los – und es ist noch nichtmal Mittag. 😉

    Deine Tipps sind super.
    Liebe Grüße,
    Sarah

  • Jill | bliss & jaunt
    26. Juli 2017 at 22:01

    Hallo Lisa, die Zeit…ja…damit hadere ich auch immer. Und mit dem Budget 😉 ich gönne euch von Herzen, dass ihr Island bald besuchen könnt! Vor allem, weil auch die Gletscher ja immer mehr verschwinden und die Touristenanzahl stetig steigt. Danke für dein Feedback! Ich hoffe es waren ein paar hilfteiche Tipps für dich dabei! 🙂

  • Jill | bliss & jaunt
    26. Juli 2017 at 21:58

    Hallo Lynn! Wow!!! Kannst du mir einen der Campingplätze nennen auf denen es so günstig war? Wenn man mit Campen kein Problem hat, kann man in Island echt einen gigantischen Urlaub haben, ohne viel Geld ausgeben zu müssen. Ihr seid echt günstig gereist – sogar mit Kindern. Klasse 🙂

  • Lynn
    26. Juli 2017 at 19:36

    Toller Artikel! Uns erging es genauso, die Käsepreise haben uns auch erschlagen. Manche Campingplätze haben bei uns sogar nur 500 Kronen gekostet- eigene Kinder sogar kostenlos dazu. In 2 Wochen haben wir (allerdings auch mit wild Zelten, Trampen und eine Menge Spagetti mit Tütensuppe) pro Person 350€ ausgegeben.

  • Lisa
    26. Juli 2017 at 18:24

    Hallo Jill! Interessanter Artikel und echt hilfreiche Tipps, vielen Dank dafür! Island steht auf jeden Fall ganz weit oben auf unserer Bucketlist :-)! Wenn man doch bloß noch viel mehr Reisen in so ein Jahr packen könnte ;-)….
    Liebe Grüße
    Lisa

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