Wechselwetter

Der Wetterbericht sagt für heute heftige Gewitter an. Ich blicke aus dem Fenster und sehe strahlenden Sonnenschein. Höre die Vögel zwitschern. „Puuh, Gott sei Dank!“, denke ich mir. Kopfschmerzen habe ich trotzdem. Sie verraten mir, dass der Regen kommen wird. Ganz bestimmt. Das ist immer so.

Vor ein paar Wochen war es noch schweinekalt. Stürmisch. Auf meinem Balkon flogen die kleinen Zitronen von meinem geliebten Zitrusbäumchen.

Einen Tag später 24 Grad. Mal eben über Nacht doppelt so warm wie am Vortag. Plötzlich ganz unerwartet Hagel. Davon wusste der Wetterbericht wohl wieder nichts?

Dann regnet es am Nächsten Tag aus Kübeln. Ich versuche dem lauten Prasseln der Regentropfen auf mein Dachfenster zu lauschen und ruhig zu werden. Es blitzt und donnert – das mag ich. Doch an diesem Tag machte es mir Angst.

Am nächsten Tag erblicke ich am Horizont einen Regenbogen. Stelle die umgeworfenen Blumentöpfe wieder auf und fege den Dreck von meinem Balkon. Mein Herz hüpft!

Dieser Wetterwechsel ist gerade zum Sinnbild für mein aktuelles Gefühlsleben und meine derzeitige Denkweise geworden.

Wechselwetter

Es gibt Tage, da fühle ich die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht und in meinem Herzen. Ich habe das Gefühl, ich komme endlich voran und bin super produktiv. Da ist die Wonne und das Glück wieder zum greifen nah.

Über Nacht legt sich plötzlich ein dunkler Schleier auf meine Brust, so wie der Regen und der Wind unerwartet den Himmel verdunkeln. Es fühlt sich an, als würde die Sonne nie mehr zurück kommen und das Unwetter in meinem Kopf über Tage andauern.

Ich weiß, es kann nicht nur Sonne oder Regen geben. Die Natur braucht beides, um zu gedeihen. Nur Sonne und kein Regen? Fatal. Nur Regen ohne Sonne. Fatal. Und ebenso brauchen wir Menschen im Leben beides.

In letzter Zeit häufen sich die Gewitterstunden und düsteren Momente in meinem Leben und es gibt Tage, da erlebe ich alles auf einmal: Von Sonnenschein bis hin zu Sturm und Hagel. An diesen Tagen bin ich dankbar für meine Familie und meine Freunde, die mir einen Regenbogen malen, den ich selbst am Horizont vor Wolken nicht entdecken kann.

Ich versuche von den dunklen Tagen zu lernen, so gut wie ich kann.  Ich fange an, die Sonnentage zu ersehnen.

So wie wir das Wetter nicht beeinflussen können, und es macht was es will, so fällt es mir verdammt schwer meine Gefühle zu beeinflussen.

Also bleibt mir nichts anderes übrig als zu lernen im Regen zu tanzen.

Der Regenbogen kommt ganz bestimmt.

 

♥ Eure Jill

 

 

 

 

 

Kommentar verfassen