Ab auf die Lofoten im Winter: So bist Du gut vorbereitet!

Von der richtigen Outdoorkleidung bis hin zur Verpflegung

Die Vorbereitung für eine Reise auf die Lofoten ist das A und O – und obwohl ich dachte, ich sei vorbereitet, haben mich ein paar Dinge doch noch überrascht.

Damit du nicht so wie ich mit kalten Füßen, nachtblind und hungrig unter der Aurora stehst (#Okay, ganz so so schlimm war es nun nicht), habe ich dir hier die wichtigsten Fakten und Tipps zusammengefasst.

Wie bereite ich mich am Besten auf eine Lofoten Reise vor?

Das Wetter macht was es will

Heidewitzka, Norwegen. Was ist das für ein Wetter? Innerhalb von 7 Tagen hab ich alles erlebt: Sturm, Regen, Hagel und Nebel bis hin zur absoluten Windstille, tanzenden Polarlichtern und majestätischen Perlmuttwolken am rosa-farbenen Himmel. Zu Beginn unseres Roadtrips konnten wir vor Platzregen und starken Windböen kaum ins Auto einsteigen. Wiederum nur ein paar Tage später waren wir umgeben von glitzerndem Schnee, spiegelglatten Seen, während nicht ein einziges kleines Windchen wehte. Wie ihr merkt, ist es auf den Lofoten Inseln unglaublich wichtig, auf alle Wetterlagen vorbereitet zu sein.

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Wie Omas Angora-Unterhemdchen dir das Leben rettet, oder: Das Zwiebelprinzip ist Gold wert

“Kind, ich hab ein schön warmes Unterhemdchen für dich…aus guter Angora-Wolle. Nimm das mal mit.” – Gut, Omi, wird gemacht! Und was soll ich sagen, es war mitunter die allerbeste Entscheidung. Doch spulen wir mal zurück. Vor meinem Roadtrip auf die Lofoten stand ich vor einem Stapel an Klamotten und ich war schlichtweg überfordert. Es wird kalt werden, doch was packe ich am Besten ein und wie bin ich am Besten angezogen? “Zieh dich an wie eine Zwiebel”, hat mir Omi gesagt. Und wo sie Recht hat. Drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Weniger Gepäck und mit nur drei Schichten mollig-warm sowie bequem angezogen – so erklärt zumindest Sportscheck das Zwiebelprinzip, das dich perfekt für kalte Regionen wappnet.

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1. Funktionsunterwäsche aus Merino-Wolle

Wer hätte es gedacht, aber Oma´s Unterhemdchen aus Angora-Wolle hat mir mein Leben gerettet und war kuschelig warm. Gleiches gilt für Funktionsunterwäsche aus Merino-Wolle. Ein Vorteil an den Shirts und Strumpfhosen aus Merino-Wolle ist, dass man sie gut ein paar Tage tragen kann, ohne dass man müffelt wie ein Elch. Ich bin ein absoluter Fan dieser Art von Funktionsunterwäsche, ganz egal ob nun als lange Unterhose oder warmes Funktions-Unterhemd. Und wenn die Nieren schön warm sind, dann ist das die halbe Miete, nicht wahr?

2. Skihose + eine Outdoor-Jacke

Das Wetter auf den Lofoten ist sehr wechselhaft und am Besten ausgerüstet war ich tatsächlich mit meiner Skikleidung. Meine Snowboard-Hose war absolut praktisch: Warm, Luftschlitze, falls es zu heiß wird –  und einigermaßen stylisch noch dazu (Falls einem doch mal ein Elch begegnet, will man ja einen guten Eindruck machen).

Tagsüber trug ich oft meine Jeans mit einer Regenhose darüber (Das wiederum sah nicht richtig schön aus!). Es hat zwar nicht geregnet, aber den eisigen Wind hält diese Hose trotzdem gut ab. Gerade, als wir tagsüber mit dem Auto unterwegs waren, wollte ich nicht in meiner kuscheligen Skihose vor mich hin schwitzen. Regenhose drüber ziehen, wenn man und mal kurz irgendwo an einem hübschen Fleckchen aus dem Auto hüpft. Nicht schön, aber praktisch!

3. Mütze + vernünftige Handschuhe

Ohne Mütze, nicht mit mir! Ahh, wie furchtbar, wenn die Ohren kalt werden und der eisige Wind dir durch die Haare fegt. Die Mütze ist schon extrem wichtig, aber mindestens genauso wichtig sind vernünftige Handschuhe! Meine waren absolut untauglich und mir sind nach kurzer Zeit draußen die Finger regelrecht abgestorben.

4. Winterschuhe + Wollsocken

“Die Füße müssen immer warm sein, dann wirst du nicht krank, mein Kind, und frieren wirst dann auch nur noch halb so viel!” Ja, was soll ich sagen, Omi hatte wieder einmal Recht. Ich hatte ziemlich schnell kalte Füße und habe fröhlich vor mich hin gefroren – und das nur, weil ich mir vorher einfach keine Gedanken über vernünftige Schuhe gemacht habe. WHY, Jill, WHY????. Also:

Legt euch ordentliche Schneestiefel oder gefütterte Wanderstiefel zu. Meine Winterschuhe, die ich üblicherweise im Schnee in Deutschland trage, hatten einfach eine zu dünne Sohle und es dauerte nicht lange, bis die Kälte meine Zehen erreichte. Dicke Wollsocken/Thermo-Socken haben etwas Abhilfe verschafft und auch Thermo-Einlegesohlen sind super nützlich. Oft steht man dennoch längere Zeit draußen in der Kälte, vor allem wenn man auf Nordlichtjagt ist. Und dann nützen auch die dicksten Wollsocken nichts mehr und du wünscht dir Schuhe mit dicker Sohle herbei.

Hast du eine Kopflampe, ist das schon die halbe Miete: Welche Ausrüstung empfiehlt sich auf den Lofoten?

Um 13 Uhr knipst einer das Licht aus und dann ist es stockduster auf den Lofoten. Auch wenn der Körper mal kurz ans Schlafen gehen denkt, fängt der eigentliche Urlaubsspaß mit der Dunkelheit erst an. Was kann man im Winter besser in Norwegen machen als Polarlichter jagen? Dafür butschert man auch schon mal abseits der befestigten Straßen mitten durch Schnee und Gestrüpp. Es ist dunkel, denn die Lofoten sind wenig bevölkert wodurch es wenig Beleuchtung gibt. Eigentlich perfekt, nur nicht, wenn man durch die Pampa latscht…

1. Kopflampe

Was ist sie Gold wert, diese Kopflampe!  Am besten noch mit Rotlicht, da dies schonender für die Augen ist, wenn man bei Dunkelheit draußen herum butschert, und sich die Augen der Dunkelheit damit besser anpassen. Natürlich tut es genauso gut eine Taschenlampe, doch für mich ging nix über den Luxus von zwei freien Händen.

2. Ein Auto mit Spikes

Falls ihr vorhabt mit eurem eigenen Auto hoch in den Norden zu fahren, sind Spikes an den Reifen ein absolutes Muss! Die Straßen sind vereist und rundherum türmen sich Berge an Schnee! Vor Ort gemietet, gehören Spikes zur standardmäßigen Ausstattung von Mietwagen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, mietet sich einen Wagen mit Allradantrieb. Uns hat ein Kleinwagen gereicht, allerdings mussten wir aufpassen, dass wir nicht in Wege einbiegen oder an Stellen parken, wo der Schnee zu hoch war. Wenn ihr euch unsicher seid, dann macht es einfach nicht und geht auf Nummer-sicher.

3. Eine gute Kamera mit Stativ – Und dann hast du Aurora im Kasten

Steffen A-Z und ich hatten zwei Spiegelreflexkameras dabei. Eine Canon 70D und eine Canon 5D Mark 4. Setzt natürlich auch voraus, dass man weiß wie man mit solchen Knipsapparaten umgeht. Ich selbst bin noch kein Profi mit diesen Ferraris unter den Kameras und für mich war es oft eher stressig zu fotografieren.

Ganz egal ob nun die Aurora vor die Linse soll oder du die wunderschöne Winterlandschaft festhalten möchtest. Dadurch, dass es fast die ganze Zeit Dunkel ist, empfiehlt sich doch ein guter Knipsapparat.

Mein grundsätzlicher Tipp lautet: Genießt den Moment, fotografiert mit den Augen und speichert die Eindrücke in eurem Herzen ab! Ich weiß allerdings auch, dass wir diese Bilder gern für die Ewigkeit festhalten wollen.

Ich naives Ding habe im Eifer des Gefechts versucht mit meinem iPhone die Nordlichter zu fotografieren und es war schlichtweg unmöglich, sie einzufangen (Pechschwarzes Foto. Fail!!! Hab mir nun das Buch Fotografieren für Dummies gewünscht). Gott sei Dank hatte ich einen Experten an meiner Seite und bin nun selbst um einige wichtige Informationen rund um die Aurora-Fotografie schlauer.

Eine schwere Spiegelreflexkamera im Gepäck muss es nicht unbedingt sein, doch folgende drei Voraussetzungen sollte deine Kamera unbedingt mitbringen:

  • Einen großen Sensor (mindestens im 4:3, APS-C oder Kleinbild-Vollformat)
  • Speichermöglichkeit im RAW-Format (Rohdatenformat).
  • Rauscharme hohe ISO-Werte.

Die Fotografie von Nordlichtern klingt wie eine Wissenschaft, dachte ich zuerst auch. Doch wenn du folgende Einstellung verwendest, hast du einen guten Richtwert um die Aurora vernünftig in den Kasten zu bekommen:

  • ISO: 1600
  • Blende: 2,8 (oder mehr, so lichtstark wie möglich)
  • Verschlusszeit von 10 Sekunden.

Deine Kamera stellst Du dann auf ein Stativ. Es ist ganz egal ob es ein Klitzekleines oder ein größerer Tripod mit höhenverstellbaren Teleskopbeinen ist. Sicherer Stand und eine gute Kippstabilität sind die Stichwörter, an die du denken solltest, wenn du ein Fotostativ benutzt. Niemand kann eine Kamera auch nur 3 Sekunden so still halten, ohne, dass das Bild verwackelt. Das Stativ sollte in jedem Fall einen festen Stand haben, denn nichts ist frustrierender, als seine geliebte Spiegelreflex mitsamt den drei Stativbeinen umfallen zu sehen (Ich spreche aus Erfahrung – nun hat meine Lumix nen Knick in der Optik! #fail)

Wichtig beim fotografieren von Madame Aurora Borealis ist, dass man mit mindestens 2 Sekunden Selbstauslöser fotografiert. Allein das Betätigen vom Auslöser kann bereits ein Ruckeln verursachen, wodurch das Bild dann einfach völlig verwackelt.

Vor allem solltest du genügend Wechsel-Akkus in der Tasche haben, da die Akkulaufzeit durch die Kälte ziemlich leidet.

Abschließend möchte ich dir mir auf den Weg geben, dass Madame Aurora sich bekanntlich oft ziert und die beste Vorbereitung nichts nützt, wenn das Wetter nicht mitspielt. Manchmal ist das Polarlicht sogar schon am Himmel, man sieht es nur nicht mit bloßem Auge. Wir haben dann einfach mal auf blauen Dunst ein Foto gemacht und tadaaa, fotografisch ist das Polarlicht oft schneller und sogar besser zu sehen als mit dem bloßen Auge.

Lofoten See Bliss and Jaunt

Wenn selbst ein Hot-Dog ein Loch in dein ohnehin schon leeres Portemonnaie reißt – Wie teuer ist es auf den Lofoten?

Teuer, teurer, Lofoten! Eine Reise nach Skandinavien allgemein haut einem generell ein tiefes Loch ins Portemonnaie. Egal wie sparsam man seine Reise plant, die Ausgaben werden höher sein als üblich. Wenn du jetzt den gleichen Gedanken hast, wie ich zuerst #HelpMeImPoor – einfach ein bisschen länger sparen und ein paar mehr Euro als üblich bei Seite legen. Plan Dir ein Polster ein und stell dich darauf ein, dass du Hot-Dogs essen wirst. Unmengen!

Ja, die lieben Lofoten; nicht ganz billig, aber dafür einzigartig und jeden einzelnen Cent wert!

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Und nach ein paar Tagen auf den Lofoten geht es dir etwa so.

Wie man auch mit kleinem Budget überlebt – Verpflegung auf den Lofoten

Eine Woche von Luft und Liebe zur Natur leben, Beeren sammeln, einen Fisch angeln oder vielleicht einen armen Elch erlegen? Diese Gedanken schießen mir durch den Kopf, als ich das erste Mal durch einen Supermarkt in Norwegen laufe. Die Preise übersteigen bei weitem mein Budget und selbst ne Packung Nudeln kostet hier locker 3 Euro aufwärts.

Ich wusste vorher, dass Norwegen nicht zu den günstigsten Reisezielen gehört. Deswegen hatte ich ein wenig mitgedacht.Klingt für manch einen vielleicht knauserig oder bescheuert, aber ich habe mir für die ersten Tage Proviant aus Deutschland mitgenommen. Abgepacktes Brot, ne Packung Nudeln, geht immer, solange man noch Gepäck frei hat.

In Narvik haben wir uns eine Nacht im Hotel gegönnt, das Frühstück war ne Wucht. Und so kann man sich auch dort den Bauch voll schlagen. Kaffee, mein Grundnahrungsmittel und Wachmacher auf der Tour – nichtmal der war günstig. Locker 4 Euro für einen Take-Away-Kaffee muss man schon mal hinblättern.

Selbst wenn es das Budget zulässt und man vor hat, auswärts zu essen, es gibt unterwegs nichts. Keine Restaurants, nur ein paar Snack-Buden, an denen man die leckeren Hotdogs oder Burger essen kann. Wer nicht die höchsten Ansprüche an seine Verpflegung hat, kann und sollte sich, so wie wir, im Supermarkt mit Blaubeermilch, Eiern, Blaubeer-Marmelade, Brot und Leberwurst eindecken (Oder was immer du gern essen magst). Einfaches Essen, aber war für uns völlig ausreichend. Ansonsten futtert man Hotdogs an den Tankstellen, umgerechnet 7 Euro das Stück. Wissenswert ist außerdem, dass es beispielsweise Wein nicht im Supermarkt gibt, sondern nur in speziellen Alkoholgeschäften. Alkohol darf nach 20 Uhr nicht mehr verkauft werden und eine Dose Bier kostet umgerechnet etwa 3 € aufwärts.

Mein Rat: Die gute alte Selbstverpflegung ist immer noch am günstigsten.

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Was denkst Du? Kannst du nun ruhigen Gewissens im Winter auf die Lofoten fliegen? Oder möchtest Du noch unbedingt etwas wissen?

♥ Jill

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